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Traditionelle Rezepturen und alternative Technologien als Teil der agrotechnischen Ausbildung

Die EAP Nr. 10, im äußersten Westen der Provinz Formosa gelegen und 550 km, d.h. ca. sechs Autostunden, von der Provinzhauptstadt entfernt, ist eine Sekundarschule mit technischer Ausrichtung und dem Ausbildungsziel „Techniker/in für Land- und Viehwirtschaft“. Sie hat eine gemischte Schülerschaft, die zu zwei Dritteln aus Wichí besteht.
Die Schule ist bekannt für ihre zahlreichen Projekte, die bei nationalen und internationalen Wettbewerben Preise gewannen. Die Erfolge der Schule beruhen auf dem integrativen Prinzip, welches die theoretische Ausbildung mit der praktischen Anwendung des Gelernten verbindet. Auf dem Schulgelände setzen die Schülerinnen und Schüler das im Unterricht erworbene Wissen in die Praxis um. Sie haben einen Gemüsegarten und eine Baumschule angelegt und in der Lernküche stellen sie regionale Back- und Süßwaren her.
In der von den Schülern und Lehrern selbst errichteten Baumschule sticht die Produktion von Johannisbrot-Setzlingen hervor. Johannisbrotbäume werden lokal vermarktet, zusammen mit Setzlingen anderer einheimischer Arten, wie Palo Santo und Lapacho, die an der Schule kultiviert werden.

Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Werkstätten errichtet, die wie Kleinstunternehmen arbeiten. Zum Beispiel werden die in der Küche produzierten Backwaren an die Anwohner verkauft. Der Erlös aus dem Verkauf wird zur Finanzierung bestimmter Gruppenaktivitäten wie Reisen und Absolventenfeiern verwendet.

Gegenwärtig werden an der Schule Versuche mit alternativen Technologien für die Forstwirtschaft unter den oftmals ungünstigen Wasserbedingungen durchgeführt. Die aus diesen Erfahrungen gewonnenen Ergebnisse werden für die Forstwirtschaft im äußersten Westen, der wasserärmsten Region der Provinz Formosa, von großer Bedeutung sein. Die Agrotechnische Schule Nr. 10 spielt also für die Umwelt unter dem sozialen, erzieherischen, produktiven und innovativen Gesichtspunkt eine herausragende Rolle. Durch die Aktivitäten werden nicht nur die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler gestärkt sowie technologische, produktive und nachhaltige Alternativen des Waldes verbreitet, die mit den soziokulturellen Merkmalen der Bewohner dieser Region in Einklang stehen und sich an die Umweltbedingungen des Gebietes anpassen lassen. Die Schülerschaft kann dadurch auch erkennen, dass ihr Kenntnisse vermittelt werden, die sie befähigen, die Bedürfnisse der Region und ihrer Bevölkerung bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen. Das erhöht die Sinnhaftigkeit der Ausbildung und stärkt das Verhältnis von Schülern und Lehrern.

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in 2020

(…) Auf unserem Versuchsfeld brach ein Feuer aus. Ganz nebenbei bemerkt, die Region wird von der schrecklichsten Dürre der letzten Jahre heimgesucht und alle befürchten, dass ein Funke einen Brand auslösen könnte. Nun, anscheinend löste eine Zigarettenkippe eine Katastrophe auf unserem Feld aus und der Direktor und vier Lehrer zogen los, um die Flammen zu bekämpfen. (…)
Aus: C. Cossio, September 2020.

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Dokumentation der landwirtschaftlichen Ausbildung, 2009.