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Escuela Agrotécnica Provincial N°10 in El Quebracho/Formosa

Seit 2008 unterstützen wir die Escuela Agrotécnica Provincial N° 10 in Formosa, im Nordosten Argentiniens. In der agro-technischen Schule werden Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet. Das trifft sowohl für die theoretische wie auch die praktische Ausbildung zu. Unsere Vertrauensperson ist der Lehrer Carlos Cossio, der viele kleine und größere Projekte der Schule initiiert und begleitet hat. Zur Verbesserung der Lernbedingungen hat Edumanía-Argentina e.V. in den vergangenen Jahren einen Teil an Lehr- und Lernmitteln anschaffen können, wie z.B. Zeichenbretter und Zeichengeräte. Für die praktische Ausbildung brauchte die Schule Werkzeuge zur Holzbearbeitung, von Motor- bis Gehrungssäge, Werkstatttische und Werkzeugkästen. Diese hat Edumanía-Argentina e.V. dank der Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren können. Danach konnten Baustoffe gekauft werden, die für den Aufbau einer Werkstatt gebraucht wurden. Die Schülerinnen und Schüler erlernten die notwendigen Arbeitsschritte und errichteten gemeinsam mit ihrem Lehrer einen Anbau mit Werkstatträumen.   

Zurzeit wird an der Fertigstellung einer Radiostation gearbeitet, für die Edumanía-Argentina e.V. auch Gelder zur Verfügung gestellt hat. Die Schüler werden als Teil des Unterrichts Beiträge auf spanisch und wichi vorbereiten und im schuleigenen Radio senden. Wir werden diese Schule auch weiterhin fördern.

 

Unsere Vertrauensperson in Formosa ist Juan Carlos Cossio, Lehrer an der dortigen agrartechnischen Berufsschule.

Gerne möchten wir mit Ihnen seinen Bericht teilen, in dem er die großen, positiven Veränderungen beschreibt, die auch mit Unterstützung von Edumanía-Argentina e.V. ermöglicht wurden.

Den vollständigen Bericht (pdf) finden Sie am Ende des Artikels

 Aus dem Bericht von Carlos Cossio 2015.

(…) Für die Schule Escuela Agrotécnica Provincial N° 10 (EAP N° 10) war Edumanía der Angelpunkt, der uns erlaubt hat, unsere Welt zu bewegen.
(…) 2007 mitten in der indigenen Gemeinde El Quebracho, Department Ramón Lista, in der Provinz Formosa gegründet. Ihre Schülerinnen und Schüler, die aus einer weitläufigen Gegend kommen, gehören zu 70% der Ethnie der Wichí an.
Die Zusammenarbeit zwischen der EAP N° 10 und Edumanía begann einige Monate nach der Schulgründung (…) Die Lehrerin María Palacios, die ein Jahr später verstarb, stellte (…) durch eine Freundin den Kontakt zu Edumanía her (…) Mit den Schülern zusammen und dank gespendeter Materialien von ortsansässigen Institutionen und privaten Geldgebern haben wir die offene Galerie in einen zusätzlichen Unterrichtsraum umgebaut. So konnten wir die restlichen Schüler aufnehmen, die bis dahin in unterschiedlichen Räumlichkeiten im Dorf „zur Schule“ gingen (…) Das Jahr 2011 begann mit einer Nachricht, die uns Lehrer der EAP N° 10 hoch erfreute: Die Regierung der Provinz entschied, ein neues Schulgebäude zu errichten.
Der Bau begann sofort, aber kurz danach wurde er unterbrochen, weil bei den Ausgrabungen für die Fundamente archäologische Überreste freigelegt wurden. Die Schule sollte auf einem indianischen Friedhof gebaut werden, der auf  das 3. Jhd. nach Chr. datiert wurde. Bis zur Verlagerung der Funde ruhten die Arbeiten (…)
Letztendlich, wurde Anfang 2013, (…) in der Nähe des ursprünglich geplanten Standorts der Bau des neuen Gebäudes beendet. (…)  im Oktober, d.h., dass der Bau schon 10 Monate vorher fertig gestellt worden war, aber die Schulbehörde der Provinz gab das Gebäude für seine Nutzung nicht frei. (…) Inzwischen, mit einem nagelneuen Gebäude vor der Nase, unterrichteten wir weiter auf prekäre Weise in geliehenen Räumen (…) Als wir siegreich von Buenos Aires kommend aus dem Bus stiegen, gingen wir zu einem Radiosender, der uns um ein ausführliches Interview zu unserem Erfolg gebeten hatte. Unter anderem haben wir dabei unsere Sorgen darüber zum Ausdruck gebracht, dass wir ein neues Schulgebäude hatten, das für seine Nutzung aber nicht freigegeben worden war. Damals wurde der Neubau von etlichen streunenden Nutztieren (Schweine, Ziegen, Esel und Hunden) bevölkert. (…) Aber alles blieb beim Alten und unser Leben ging ohne große Veränderungen weiter. (…) Bei einem der unzähligen Pressetermine verschiedener Medien hörten sich die höchsten Repräsentanten der nationalen Bildungsbehörden  ihre [die der Schüler] Wünsche an. Kurz danach besuchte der Präsident des Nationalinstituts für technische Bildung (…) die Schule. (…) Am Donnerstag, den 5. Juni 2014, fast 7 Jahre nach ihrer Gründung, bekam die Schule EAP N°10 ihr neues Zuhause. Und von diesem Moment an begannen wir alle, Schüler und Lehrer, anders zu arbeiten. Bei der Eröffnung kündigte der Gouverneur der Provinz den Beginn der zweiten Bauphase an. Zu den drei Unterrichtsräumen, Büros, Bibliothek und Labore, die jetzt übergeben wurden, würden Räume zur Milch- und Fleischverarbeitung,  Honiggewinnung und vier Werkstätten für Elektrizität, Tischlerei, Metallmechanik und Bau hinzukommen. Es würden auch ein Ziegenstall, ein Hühnerstall, eine Baumschule und ein Gemüsegarten errichtet. Meine anfängliche Skepsis wurde glücklicherweise besiegt: die zweite Bauphase ist heute in vollem Gange.

Zu Beginn der Förderung durch Edumanía-Argentina e.V. bestand die Schule aus einem für Unterrichtszwecke völlig unzureichenden Gebäude. Es hatte einen Klassenraum, in dem 45 Schüler in vier unterschiedlichen Stufen unterrichtet wurden.  Nach vielen Anläufen ist seit 2013 der Neubau des Schulgebäudes fertiggestellt.

2014 zieht die Schule in das neue Gebäude, das leider nicht genügend Platz für eine Werkstatt bietet. Dank der Spenden von Edumanía-Argentina e.V. können die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer das alte Schulgebäude durch einen Anbau erweitern und zu einer Werkstatt umbauen.
Bildbericht zum Ausbau der Werkstatt:

Die erste Anschaffung der Schule mit Edumanía-Fördermitteln waren 12 komplette Ausstattungen für Technisches Zeichnen. Das war damals, unter unzähligen Bedürfnissen, das Dringendste.

Dank der Unterstützung durch Edumanía konnte die Schule einen Beamer mit Projektionsleinwand sowie eine Stichsäge und 10 Zirkel anschaffen. Weiterhin konnten zwei Ziegen erworben werden, um in der Schule eine Zucht zu beginnen.
Der Beamer war unverzichtbar bei der Vorstellung der Arbeiten unserer Schule, sowohl während der Bildungsolympiade EDUCARGO als auch bei Intel ISEF. Alle diese Faktoren, zusammen mit dem hohen Einsatz des Lehrpersonals und den Forschungsarbeiten einiger Lehrer, haben die Bildungsministerien des Staates und der Provinz davon überzeugt, dass es sich lohnt, in uns zu investieren.

Der Sportlehrer Hugo Alcaraz konnte seinen Unterricht neu gestalten, nachdem Fußbälle, Volleybälle, Matten und weitere Sportutensilien mit Unterstützung von Edumanía angeschafft wurden. Mit den gekauften Materialien wurden z.B. die Hürden für den  Hürdenlauf von den Schüler*innen selbst gebaut.

Die Planung und Installatuion der Radiosendeanlage ist das jüngste der vielen engagierten Projekte für und mit den Schülern von  Carlos Cossio an dieser Schule: „Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass in Formosa die Antenne für das zweisprachige Schülerradio (wichi-spanisch) über dem Wassertank der Schule installiert ist und bald auch ein Raum mit gepanzerter Tür fertiggestellt sein wird. Aus diesem Raum heraus soll gesendet werden. Dort sind auch die technischen Geräte sicher aufbewahrt.“

Dokumentation zu den Arbeiten und zu den Ausbildungsinhalten der Schule mit einer von kultureller Diversität geprägten Schülerschaft, erstellt 2009.

Schüler und Schülerinnen der Escuela Argrotécnica Provinvial N^10 beim Ausbau des Schulgebäudes und während des Unterrichts.

In der Elektrowerkstatt: Schüler des ersten Ausbildungsjahres lernen wie ein Stromkreis funktioniert und getestet werden kann.

Unterricht an der EAP N° 10: Elektrotechnik, Technisches Zeichnen und Bau, hier bei dem Ausbau einer offenen Galerie zur Werkstatt und Unterrichtsraum.

Anzucht für die Baumschule: Setzlinge des Johannisbrotbaums, des Balsambaums und des Lapacho-Baums. Schüler bei Säen und Pflegearbeiten.

Aussaat und Anzucht

Gartenarbeiten: Schüler beim Anlegen und Vermessen von Beeten, beim Wässern und Ernten

Land- , Forstwirtschaft und Holzvbearbeitung. Versuchsfeld: Schüler beim Abgrenzen eines neuen Feldes

Samen und Mehlproduktion

Mahlen und zerkleinern mit einem Mörser, Gewinnung von Schoten und Mehl, Mahlen der Schoten mit der Handmühle, Aussieben. Das Ergebnis: 70.000 Samen

Frohes Fest!

wünschen Lehrer und Schüler der Escuela Agrotécnica Provincial N°10 in El Quebracho- Formosa, im Dezember 2009.