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Musikunterricht für Kinder und Jugendliche
in San Fernando/Buenos Aires

Seit 2012 unterstützen wir dieses Projekt, das in einem der Außenbezirke von Buenos Aires, in San Fernando, angesiedelt ist. Dort wird auf Initiative der evangelischen Kirche Kindern aus sozial bedürftigen Familien, neben verschiedenen Freizeit- und Lernangeboten, Musikunterricht erteilt. Sie erhalten Instrumentalunterricht und werden u.a. auf das Spielen in einem Orchester vorbereitet. Neben der rein musikalischen Bildung, wird die Teamfähigkeit der Kinder und Jugendlichen gefördert. Ebenso lernen sie, Verantwortung für das Gelingen eines gemeinsamen Zieles zu tragen. Die Arbeit im Orchester vermittelt ihnen Erfolgserlebnisse und stabilisiert sie auch psychisch. 
Unser Verein unterstützt das Projekt durch die Beteiligung an der Finanzierung einer Musiklehrerstelle für Geige und Cello. Unsere Kontakt- und Vertrauensperson ist Pastor Sabino Ayala. In den vergangenen Jahren haben mehrere Vorstandsmitglieder von EduManía-Argentina e.V. das Projekt besucht und konnten sich so direkt und wiederholt über die Arbeit und die Situation vor Ort informieren.

 

León Gieco, bedeutender zeitgenössischer Musiker Argentiniens, zu Besuch bei ASE in San Fernando

Auszug aus dem Bericht von ASE, 2015:  „Im ersten Semester konzentrierte sich das Orchester (…) auf die Vorbereitung der Lieder von León Gieco mit dem Ziel, mit diesem großen argentinischen Volksmusiker im Konzert zu spielen. Im September konnte León in unser Zentrum kommen, um mit dem Orchester zu proben. Es war eine einzigartige, aufregende, sehr lehrreiche und herausfordernde Erfahrung (…) León traf sich mit dem Team (…), er war bei der Vorstellung der Trompetenschüler und der Anfänger in Violine dabei, er widmete etwa zwei Stunden der Probe mit dem Orchester. (…) beantwortete die Fragen der einzelnen Gruppen, ermutigte sie, ihre Ausbildung fortzusetzen, und betonte, wie wichtig es sei, ein Zentrum wie ASE in der Nachbarschaft zu haben (…)“

Wir teilen Sabino Ayalas Freude über die Erfolge der Kinder und Jugendlichen. Er schreibt: „Mit großer Freude erfüllt uns die Tatsache, dass das Orchester zum Teil schwierige Werke von Piazzolla, Beethoven, Bach, W. King und Gillespie neben einem Repertoire lateinamerikanischer Volkslieder einstudiert. Wir freuen uns auch über die persönlichen Erfolge von einzelnen Jugendlichen, weil wir davon ausgehen können, dass ihre Erfahrungen bei ASE (evangelische Sozialaktion) ihnen geholfen haben, diese zu erreichen. Eine der jungen Cellistinnen wird zum Beispiel bald ihr erstes Jahr an der Universität abschließen, wo ihr dank ihrer guten schulischen Leistungen ein Stipendium für ein Medizinstudium zugesprochen wurde. Die zweite junge Cellistin hat dieses Jahr die Sekundarstufe II abgeschlossen und hat sich vorgenommen, im kommenden Jahr ein Studium aufzunehmen.“

Bitte helfen Sie mit,
den Musikunterricht für die Kinder
weiterhin finanziell abzusichern.

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Pastor Sabino Ayala, über die Arbeit von ASE-Música, Auszüge aus einem Bericht für 2017:

„Im Projekt ASE-Música werden die Kinder und Jugendlichen an verschiedenen Instrumenten unterrichtet: Geige, Gitarre, Trompete und Cello. Für die einzelnen Instrumente werden Unterrichtstunden auf verschiedenen Niveaustufen von Anfänger*innen bis zu Fortgeschrittenen angeboten. Aus den fortgeschrittenen Gitarristen, Trompetern und Bassisten wurde ein Ensemble gebildet, das sich regelmäßig zum Proben trifft. (…)

Geige: 2017 nahmen 19 Schülerinnen und Schüler regelmäßig am Geigenunterricht teil. Den Geigenunterricht erteilt Emilio Pagano nach der Zuzuki-Methode, die sich auf die Überzeugung gründet, dass jede/r in der Lage ist, ein Instrument auf hohem Niveau spielen zu lernen. Bei dieser Methode werden einige Analogien zum Mutterspracherwerb herangezogen und einige seiner Elemente integriert wie die Immersion in einen musikalischen Kontext, Lernen durch Imitation und Anwenden des Gelernten in verschiedenen Kontexten. (…)

Gitarre: (…) Sie treffen sich zweimal pro Woche mit dem Gitarrenlehrer und sind, je nach Niveau und Alter, in vier Gruppen unterteilt: Anfänger, mittleres Niveau, Fortgeschrittene, Ensemble. (…) Die fortgeschrittenen Schüler, die auch Teil des Ensembles sind, besuchen weiter den Unterricht und beginnen nach und nach die Angst vor öffentlichen Auftritten zu verlieren. (…)

Cello: (…) Es nahmen bisher drei Jugendliche teil, (…) ein vierter kam hinzu, der mit großem Enthusiasmus das Lernen aufnahm. Die vier Jugendlichen haben unterschiedliche Niveaus, weshalb sie einzeln unterrichtet werden müssen. Die drei Jugendlichen, die schon länger dabei sind spielen auch im Orchester mit. Regelmäßig proben sie zusammen (…)

Trompete: (…) zwei Fortgeschrittene und ein Anfänger. Die beiden fortgeschrittenen Schüler haben mit dem Lehrer ein Buch mit 12 Duetten für Trompete erarbeitet. Von denen haben sie drei ausgewählt, die sie bei Konzerten vortragen. Die Schüler beherrschen jetzt die Technik besser und damit auch das Instrument. (…)  Wichtig in der Persönlichkeitsentwicklung ist der Übergang vom Konkurrenzverhalten zur Kooperation, der bei den Schülern allmählich zu bemerken ist. (…) und motivieren sich gegenseitig, indem sie auch Fehler zulassen, weil sie wissen, dass die Proben genau der Platz dafür sind, etwas auszuprobieren, Fehler zu machen und weiter zu lernen.

 

Das Orchester: Im Orchester spielen Jugendliche, die schon eine längere Zeit Unterricht nehmen, Partituren lesen können und das Instrument so beherrschen, dass sie imstande sind, die vom Orchesterleiter vorgeschlagenen Stücke einzustudieren und vorzutragen. (…) Das Orchester hat 2017 drei Konzerte gegeben und wird auch bei der Jahresabschlussfeier auftreten. (…)“

2017 hat viel Neues gebracht. Das Kinder- und Jugend Orchester aus San Fernando wurde nach Deutschland eingeladen.
„Reise nach Deutschland im März 2017 (…) Nach längeren Gesprächen und Beratungen, stimmten wir dem Vorschlag zu, mit dem Orchester nach Westfalen zu reisen und dort eine Reihe von Konzerten zu geben. Es ist uns eine große Freude, die Gelegenheit zu einer solchen Reise zu bekommen. Gleichzeitig ist es aber auch eine große Verantwortung. (…)“ 
Lesen Sie den vollständigen Bericht 2017 von Sabino Ayala, dem Koordinator des Projekts und den Text über die Reise nach Deutschland 2018.

Ein Praktikum bei ASE

René, Student der Freien Universität Berlin, absolvierte im August 2016 ein soziales Praktikum in San Fernando. Aus seinem Praktikumsbericht: „(…) Das Angebot richtet sich besonders an die vielen Jugendlichen aus dem Viertel, bei denen zuhause schwierige Familienverhältnisse herrschen, und bietet ihnen einen Zufluchtsort für den Nachmittag. (…) Aufgrund der beschränkten Räumlichkeiten hatte ich jedoch keinen eigenen Raum mit festen Zeiten. Vielmehr habe ich in dem Aufenthaltsraum gesessen und mit den Jugendlichen Mathe gemacht, bevor oder nachdem sie ihren Instrumentenunterricht hatten (…) zum Beispiel haben wir Addieren und das kleine Einmaleins geübt sowie die Funktionsweise und Bedeutung von Multiplikation und Division behandelt. Denn viele der Jugendlichen konnten halbwegs sicher addieren, aber ihnen fehlte das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen den Grundrechenarten, sodass ihnen Multiplikation und Division wie Magie erschienen. Dementsprechend lag der größte Fokus meiner Arbeit auch nicht direkt auf der Mathematik, sondern darauf, die Inhalte so aufzubereiten, dass Zusammenhänge verständlich wurden, der Nutzen der Mathematik vermittelt wurde sowie Begeisterung für Mathematik geweckt wurde. (…) Ich finde es immer noch faszinierend, wie mir manche Jugendliche gesagt haben, dass sie kein Mathe mögen, und es partout abgelehnt haben, Mathe zu machen, aber gleichzeitig mit großer Begeisterung Spiele spielten, die man als schlecht getarnte Rechenaufgaben beschreiben könnte.“